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FrauDreist
• 6/15/2015

Das Tagebuch von Anton und Cveta

Dies ist das Tagebuch von Anton und Cveta. Falls wir diesen Horror nicht überleben sollten, würden wir uns wünschen, dass der Finder es veröffentlicht.

Eintrag 1 :

Ich konnte gestern aus den Trümmern der Schule diesen verdreckten Papierblock und einen zerbrochenen Bleistift bergen. Die Blätter haben einige Eselsohren, für die ich meine Schüler oft getadelt habe, als noch alles anders war. Nun muss ich mich damit abfinden, denn außer meiner Kleidung habe ich sonst nichts. Der Block und der Bleistift sind nun meine Schätze.

-Cveta-

Eintrag 2 :

Als klar wurde, dass ich die Schule verlassen muss, machte ich mich auf den Weg nach nirgendwo. Schüsse peitschten durch die Luft und von Weitem waren Bombeneinschläge zu hören. Am liebsten wäre ich im Schulgebäude geblieben, doch es war dort nicht mehr sicher. Ich huschte auf der Straße von Deckung zu Deckung, als mir Anton zum ersten Mal begegnete. Er suchte hinter einem ausgebrannten Auto Deckung und pfiff mir zu, ich war so froh, jemandem ohne Gewehr zu begegnen.

-Cveta-

Eintrag 3 :

Ich scheine Anton vertrauen zu können, denn er brachte uns hierher. Mein neues Zuhause ist nun dieses zerstörte Gebäude, mit zerbombten Wänden und scheibenlosen Fenstern. Es gibt hier nichts, die meisten Räume haben die Bombardierung überstanden, sind jedoch von Schutthaufen versperrt. Anton hat vorgeschlagen, den Schutt nach Verwertbarem zu durchwühlen und einen Arbeitstisch daraus zu bauen, er scheint handwerklich begabt zu sein.

-Cveta-


Eintrag 4 :

Anton hat den ganzen Tag an seinem Arbeitstisch gebastelt. Es ist wirklich eine gute Arbeit, fast eine richtige Werkbank. Ich habe einige Schutthaufen mit bloßen Händen beräumt, eine Schaufel wäre nicht schlecht.

-Cveta-

Eintrag 5 :

Der Schutt im Haus wird langsam weniger, doch wir haben immer noch keine Schaufel. Heute war ein Mann an unserer Haustür, er sagte, dass er ein Händler sei. Wir haben nicht geöffnet, was ist, wenn er uns ausplündern und ermorden will?

-Cveta-

Eintrag 6 :

Heute haben wir endlich den letzten Schutthaufen beseitigt und das ganz ohne Schaufel. Anton ist gerade dabei, den Arbeitstisch aufzuwerten, damit wir bessere Werkzeuge herstellen können, doch uns gehen die Materialien aus. Wir müssen wohl oder übel nach Draußen gehen, um Vorräte zu suchen, doch es ist gefährlich tagsüber.

-Cveta-

Eintrag 7 :

Wir müssen nach Draußen gehen, denn wir benötigen dringend Lebensmittel, eine Diät wollte ich schon länger durchziehen, warum nicht jetzt? Die Stadt ist eine einzige Ruine und tagsüber findet jeder Zivilist den Tod auf den Straßen. Anton spricht seit gestern Abend nicht mehr mit mir, weil ich mich weigere den Unterschlupf zu verlassen und außerdem vorgeschlagen habe, dass wir lieber auf Hilfe warten sollten.

-Cveta-

(Fortsetzung folgt)

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FrauDreist
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• 6/15/2015

Eintrag 8 :

Anton und ich haben den ganzen Tag lautstark gestritten. Er hat recht, dass wir den Unterschlupf verlassen müssen, damit wir Vorräte finden, doch ich sehe nicht ein, warum ich gehen soll. Antons Alter ist kein Grund zur Faulheit und ich bin selbst kein junges Ding mehr, schließlich schreibe ich unsere Erlebnisse auf. Mein Magen knurrt und Anton vergräbt sich in seinem Schutt, den er nach brauchbaren Teilen durchwühlt. Der Mann, der vorgibt ein Händler zu sein war heute wieder da, er scheint die Wahrheit zu sagen, denn er hat sein Warenangebot vor der Haustür ausgebreitet. Wir konnten ihm allerdings nichts anbieten, sodass er wieder verschwunden ist, er sagte, dass er uns bald wieder besuchen würde.

-Cveta-

Eintrag 9 :

Anton hat vorgeschlagen, dass wir per "Hölzchen ziehen" auslosen, wer sich auf die Suche nach Vorräten macht, derjenige, der das kürzeste Hölzchen zieht muss sich bereit erklären, das wäre nur fair.  Ich hatte leider keine Gegenargumente, sodass ich mich auf diesen Kinderkram eingelassen habe. Wie mein Glück es will, hat es Anton erwischt, sodass ich hierbleiben kann, dafür jedoch den Unterschlupf beschützen muss. Es gibt hier eh nichts zu holen und wer würde schon eine wehrlose Frau angreifen?

-Cveta-

Eintrag 10 :

Ich wurde letzte Nacht leicht verletzt. Einige halbstarke Plünderer kamen in der Nacht hierher, um uns auszurauben. Sie waren unbewaffnet, haben mich jedoch zu Boden geworfen, als ich sie durch unseren Unterschlupf verfolgt habe, den sie nach Wertsachen durchforsten wollten. Sie haben all unsere wenigen Bauteile gestohlen, den Block und den Bleistift in meiner Innentasche durfte ich jedoch behalten, da sie keine Leibesvisitation durchgeführt haben. Das Schlimmste jedoch war, dass unter ihnen einer meiner Schüler war! Ich kann es einfach nicht glauben, solch eine Respektlosigkeit erfahren zu haben! Dafür wird er nach dem Krieg einen Verweis erhalten, ich bin immerhin die Direktorin seiner Schule!

-Cveta-

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• 6/15/2015

Eintrag 11 :

Was würde ich für eine heiße Dusche geben? Dieses Regenwasser, das wir mit einer provisorischen Anlage auffangen, erlaubt nur eine Katzenwäsche und meine Kleider stehen in ein paar Tagen vor Schmutz, außerdem haben wir keine Seife. Anton versucht mit seinen Basteleien ein richtiges Zuhause zu schaffen, die Not macht ihn erfinderisch und wenn er sich beschäftigt, streiten wir wenigstens nicht. Wir brauchen dringend Nahrung.

-Cveta-

Eintrag 12 :

Anton hat mir heute Morgen eine unsägliche Idee unterbreitet. Als er von seinen Erlebnissen in eingestürzten Kellergeschossen und Ratten am Spieß erzählte, schwante mir schon Böses. Er plant tatsächlich aus einigen mechanischen Teilen und sonstigem Schrott eine Vorrichtung zu bauen, mit der er das Ungeziefer einfangen will, das hier so kreucht, damit wir an Fleisch kommen. Das ist doch Wahnsinn. Ich esse auf keinen Fall Ratten, dabei muss ich irgendwie immer an die Ereignisse zwischen 1347 und 1351 denken, das liegt an meiner Arbeit, denn ich habe ein paar Jahre Geschichte unterrichtet, bevor ich Schulleiterin wurde.

-Cveta-

Eintrag 13 :

Anton meint es tatsächlich ernst, er brütet gerade über einem Entwurf für seine Kleintierfalle, so nennt er dieses Ding. Ich weiß, dass man in Notlagen nicht in der Position ist, wählerisch zu sein, aber das ist längst kein Grund Ungeziefer zu essen. So tief dürfen wir nicht sinken, es muss einfach eine andere Möglichkeit geben, an Nahrungsmittel zu kommen.

-Cveta-

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• 8/11/2017

Eintrag 14

Wir, oder besser gesagt ich,  habe den gesamten Schutt im Unterschlupf zwar von Hand beräumt, aber es fehlt uns immer noch dringend an Nahrungsmitteln. Außerdem gibt es einige abgeschlossene Schränke im Unterschlupf, wofür uns ebenfalls das Werkzeug fehlt. Anton steht kurz vor der Fertigstellung seines Prototyps "KF Nummer 1" so nennt er dieses Ding mittlerweile, mit dem er Ratten und anderes Ungeziefer einfangen will, das wir dann in den Kochtopf werfen sollen. Ich fasse es einfach nicht, dass er immer noch an seiner absurden Idee festhält. Was mich aber noch mehr beunruhigt ist, dass die Nacht herannaht.

- Cveta-

Eintrag 15

Anton hat die ganze letzte Nacht an seiner Erfindung gearbeitet, anstatt wachsam zu bleiben, während ich unterwegs war und ein verlassenes Haus nach Vorräten durchsucht habe. Sehr erfolgreich war ich nicht, da ich nicht so viel schleppen kann und demzufolge nur das Nötigste mitnehme. Ich habe ein wenig relativ sauberes Wasser, rohes Essen und sogar etwas Gemüse ergattert, das zwar schon viele braune Stellen hat, aber aus den Sachen werde ich sicher etwas besseres zaubern können, als Ratteneintopf.

-Cveta-

Eintrag 16

Ich habe gestern mit Anton gestritten, da er das einzige Gemüse das wir haben in seine Kleintierfalle stecken wollte, um das Ungeziefer anzulocken. Zuerst wollte er das Fleischstück, das ich im verlassenen Haus fand, verfüttern, wogegen ich mich noch vehementer geweigert habe. Da ich ein harmoniesüchtiger Mensch bin, habe ich eingelenkt und wir haben uns darauf geeinigt, dass ich die braunen Stellen vom Gemüse abschneide, die Anton dann als Köder nutzt. Danach habe ich einen Hühnchen-Eintopf mit Gemüse gekocht, der für die Umstände gar nicht mal so übel geschmeckt hat.

-Cveta-

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